Kunst als Experiment

Norbert Janus, 1954 in Essen geboren, begegnete der Malerei schon als Kind. Sein Großonkel war in Luxemburg als Berufsmaler und Restaurator alter Fresken tätig. Stundenlang beobachtete er ihn bei der Arbeit – eine frühe Begegnung mit Kunst, die ihn nie wieder ganz losließ.

Selbst zum Malwerkzeug griff Janus allerdings erst wesentlich später. Nach einem langen Berufsleben in IT und Unternehmertum begann eine intensive eigene künstlerische Arbeit – weitgehend autodidaktisch und geprägt von Neugier, Experiment und der Lust, Gewohntes infrage zu stellen.

Sein Werk reicht von Landschaften und Porträts bis zur abstrakten Malerei. Gerade die abstrakten Arbeiten zeichnen sich durch kräftige Farbigkeit, dynamische Strukturen und den Einsatz unterschiedlichster Techniken mit Pinsel, Spachtel und Rakel aus. Das Bild entsteht häufig erst während des Malens – der Prozess bestimmt das Ergebnis.

Hinzu kommen digitale Arbeiten und eine von Janus als „Crossover“ bezeichnete Verbindung von digitaler Bildwelt und klassischer Malerei: Fotografische oder digitale Motive werden auf Leinwand übertragen und anschließend analog weiterbearbeitet.

Einflüsse finden sich bei Künstlern wie Jean-Michel Basquiat, Jackson Pollock, Jasper Johns und Gerhard Richter. Entscheidend bleibt jedoch die eigene Experimentierfreude. Stillstand gehört weder zu seinem Leben noch zu seiner Kunst.

Seine Arbeiten signiert Norbert Janus seit Beginn seines künstlerischen Schaffens mit „Leo“ – jenem Spitznamen, den ihm Freunde bereits in seiner Jugend gaben.

Kunsthistorische Einordnung

Eine kunsthistorische Betrachtung seiner Arbeiten hebt besonders die Experimentierlust, die kräftige Farbigkeit und den offenen Entstehungsprozess hervor. Janus legt das Ergebnis nicht vollständig im Voraus fest; Material, Bewegung und spontane Entscheidungen werden Teil des Bildes. Neben Einflüssen aus der zeitgenössischen Malerei entwickelt sich so eine eigene Bildsprache zwischen Gegenständlichkeit, Abstraktion und digital-analoger Technik.

Gerade diese Verbindung verschiedener Ausdrucksformen prägt den Charakter der Arbeiten: klassische Malerei steht neben digitalen Verfahren, fotografische Ausgangsbilder treffen auf Pinsel, Spachtel und Rakel. Kunst wird nicht als festgelegte Stilübung verstanden, sondern als fortlaufendes Experiment.

 

 

 

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