Ein Leben zwischen Technik, Denken und Gestaltung
Norbert Janus wurde 1954 in Essen geboren und lebt bis heute in seiner Heimatstadt. Sein beruflicher und persönlicher Weg lässt sich nur schwer auf eine einzige Bezeichnung reduzieren: Autor, Unternehmer und Künstler sind keine getrennten Rollen, sondern unterschiedliche Seiten derselben Neugier.
Von Lochkarten bis zum Internet
Seine berufliche Laufbahn begann in einer Zeit, in der Computer noch ganze Räume füllten. Lochkarten, Magnetbänder und Plattenlaufwerke gehörten zum Alltag, Operator arbeiteten im Rechenzentrum im weißen Kittel. Bei Datel und später im Umfeld der GSI beschäftigte sich Janus früh mit komplexen IT-Systemen für den Automobilhandel. Die von ihm maßgeblich vorangetriebene Umstellung von älteren Siemens-Systemen auf eine moderne IBM-Großrechnerwelt machte ihn damals auch über seinen eigenen Geschäftsbereich hinaus bekannt.
Was folgte, waren Jahrzehnte technischer Entwicklung, die er nicht nur beobachtete, sondern beruflich mitgestaltete. 1994 gründete er seine eigene Agentur – zu einer Zeit, als das Internet für die meisten Unternehmen noch Neuland war. Webentwicklung, Gestaltung, Kommunikation und später digitale Geschäftsmodelle wurden Teil seines unternehmerischen Alltags.
Schreiben beginnt mit Fragen
Das Schreiben ist für Janus eine Fortsetzung dessen, was ihn sein Leben lang beschäftigt hat: beobachten, Zusammenhänge erkennen und vermeintliche Gewissheiten infrage stellen. Sein erstes Buch Denken als Lebensform versammelt Gedanken über Klarheit, Distanz und Verantwortung. Weitere Buchprojekte greifen gesellschaftliche Entwicklungen ebenso auf wie persönliche Erfahrungen.
Daneben entsteht mit Leo der Golfer eine ganz andere Welt: ein humorvolles Kinderbuch rund um einen Löwen auf dem Golfplatz. Leo ist dabei kein zufällig gewählter Name. „Leo der Löwe“ begleitet Norbert Janus seit seiner Jugend als Spitzname – und längst auch als Signatur seiner künstlerischen Arbeiten.
Malerei als zweite Sprache
Die bildende Kunst ist ein weiterer wesentlicher Teil seines Ausdrucks. Geprägt durch frühe Begegnungen mit Malerei in der eigenen Familie, begann Janus später selbst intensiv zu malen. Gegenständliche und abstrakte Arbeiten, digitale Bilder und seine Verbindung von digitaler Bildwelt mit klassischer Malerei zeigen dieselbe Experimentierfreude, die auch seinen beruflichen Weg bestimmt hat.
Neugierig bleiben
Golf, Kochen, Reisen, Bücher, Kunst und Technik gehören für ihn ebenso zum Leben wie die Freude an neuen Ideen. Stillstand war nie seine Sache. Auch nach mehr als fünf Jahrzehnten zwischen IT, Unternehmertum und Gestaltung bleibt der wichtigste Antrieb derselbe: neugierig bleiben, genau hinsehen und sich ein eigenes Urteil bilden.